SPD fordert Alternativen statt Komplett-Streichungen

Ramona Timm-Bergs, Mitglied im Rat der Stadt Hagen
Die Feldstraße in Oege muß weiter bedient werden,so Ratsfrau Timm-Bergs

Dennoch glauben die Genossen, dass die Straßenbahn mit cleveren Modellen und Konzepten, die zum Teil von anderen Verkehrsunternehmen angewandt werden, Geld einsparen kann, ohne Randbezirke vom öffentlichen Personennahverkehr abzuschneiden. Ihre Ideen werden sie am kommenden Mittwoch den Verkehrsplanern in die Hand drücken.
„Warum müssen wir so viele Direktverbindungen von Hohenlimburg mit dem Bus nach Hagen haben“, fragt sich Vorsitzender Mark Krippner. Er schlägt vor, Streckenverbindungen oder Taktungen zu verdünnen und statt dessen den Hohenlimburger Busverkehr so zu koordinieren, dass Anschluss zu den Zügen auf der Bahnstrecke von Hohenlimburg nach Hagen besteht. „Diese Strecke ist nicht ausgelastet, obwohl sie die schnellste Verbindung zwischen Hohenlimburg und Hagen ist.“ Zudem sei mit Abellio als neuen Betreiber sowohl Pünktlichkeit als auch der Komfort auf der Strecke deutlich verbessert worden. Positiver Nebeneffekt: Fahrgäste aus den Randbezirken würden als zentralen Umstiegsplatz den Hohenlimburger Bahnhof haben und somit würde der Bereich Innenstadt gestärkt.
Der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung und den Ratsmitgliedern ist wichtig, dass Stadtteile und Randbezirke weiterhin bedient werden. Für Oege fordert Ratsfrau Ramona Timm-Bergs, dass die Feldstraße weiterhin bedient wird. „Wenn die Linie 530 wegfällt, muss es eine Alternative geben. Die Straßenbahn soll prüfen, ob alternative Bedarfsverkehre wie Taxi-Busse oder Anruf-Sammelbus sinnvoll sind“, so BV-Fraktionssprecher Peter Arnusch. Wichtig ist dabei der SPD, dass auch der Fahrgast keine zusätzlichen Kosten hat. „Dieses Konzept funktioniert auch in Essen gut“, erklärt Pressesprecher Aleksander Farkas, der hauptberuflich bei den Essener Verkehrsbetrieben tätig ist. Im Fall Oege soll zudem mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft sichergestellt werden, dass die Linie 9 auch langfristig über Oege nach Hohenlimburg fährt.
Für Berchum ist SPD-Chef Mark Krippner wichtig, dass die Berchumer weiterhin eine gute Verbindung nach Hohenlimburg haben. „Notfalls mit Umstieg an der Haltestelle Gossmann, wenn eine Verbindung ohne Wartezeiten sichergestellt ist“, fast der stellvertretende Bezirksvorsteher Horst Eschenbach die Beratung seiner Partei für den Bereich Berchum zusammen.
Laut den Plänen der Hagener Straßenbahn AG soll auch rund um die Heidestraße gestrichen werden. Auch hier fordern Arnusch und Eschenbach Alternativ-Vorschläge, die über die soganannten Bedarfsverkehre

  • abgedeckt werden könnten.
    In Herbeck soll geprüft werden, ob der Ortskern über die Linie 524, die bislang über die B7 fährt, angefahren werden kann. „Dies wäre nur ein kleiner Umweg, der aber vor allem älteren Fahrgästen enorm wichtig“, fordert Peter Arnusch, sollte die bisherige Linie im Ortskern entfallen. Für Halden und das Industriegebiet möchte der Fraktionssprecher ebenfalls ein überarbeitetes Konzept sehen.
    Diese Vorschläge möchte die SPD am Mittwoch den Verkehrsplanern mit auf den Weg geben. Ein weitere Botschaft wird auf dem Antrag nicht fehlen: Nach der misslungenen Kommunikationsstrategie bei zurückliegenden Fahrplanänderungen fordert die SPD die Hagener Straßenbahn AG auf, neue und einfache Kommunikationsmittel dringend einzusetzen.
  • Stichwort Bedarfsverkehre

    Bedarfsverkehr nennen sich Angebot im öffentlichen Personennahverkehr, die nur auf Zuruf in Randbezirken fahren. Es gibt feste Fahrpläne und Haltepunkte, die bedient werden. Der Fahrgast muss meistens eine halbe Stunde vor Fahrtbeginn die Nutzung telefonisch in einer Leitstelle melden.
    Die Bedarfsverkehre werden oft in Kooperation mit Taxi-Unternehmen betrieben. Für die Nutzung dieser Bedarfsverkehre gilt der VRR-Tarif. In Essen wird beim Beispiel „TaxiBus“ auf einen Zuschlag verzichtet, in anderen Städten kostet die Fahrt mit „Anrufbus“ oder „Anrufsammeltaxi“ oft einen Zuschlag in Höhe von einem Euro pro Fahrt.